Wissenswertes

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Wie lauten die neuen Pflegebegriffe ab 2017?
Alter Begriff Neuer Begriff
Grundpflege körperbezogene Pflegemaßnahmen
Betreuung pflegerische Betreuungsmaßnahmen
Hauswirtschaft Hilfen bei der Haushaltsführung
Betreuungs- und Entlastungsleistungen nach § 45b SGB XI Entlastungsbetrag nach § 45b SGB XI
Pflegestufe Pflegegrad
Einstufung Eingraduierung
Zeitaufwand für alltägliche Verrichtungen Grad der Selbstständigkeit des Pflegebedürftigen
eingeschränkte Alltagskompetenz Wird nicht mehr verwendet.
Wer ist pflegebedürftig?

Pflegebedürftig sind laut Gesetz Personen, die Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder Fähigkeitsstörungen aufweisen und deshalb der Hilfe durch andere bedürfen. Es muss sich um Personen handeln, die körperliche oder psychische Schädigungen, Beeinträchtigungen körperlicher, kognitiver oder psychischer Funktionen sowie gesundheitlich bedingte Anforderungen oder Belastungen nicht selbstständig kompensieren oder bewältigen können. Diese Voraussetzungen müssen für voraussichtlich mindestens 6 Monate gegeben sein.

Wie wird die Pflegebedürftigkeit festgestellt?

Die Pflegebedürftigkeit wird durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) im Rahmen eines Begutachtungsverfahrens festgestellt. Der MDK tritt als neutraler Gutachter im Auftrag aller Krankenversicherungen auf. Er schickt Ihnen einen fachkundigen Gutachter (Ärztin/Arzt, Pflegefachkraft), der bei seinem Besuch prüft, wie selbstständig die zu begutachtende Person in spezifischen Aktivitätsbereichen ist bzw. welche Beeinträchtigung der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten vorliegt und ob personelle Hilfe notwendig ist.

Hierfür werden sechs Aktivitätsbereiche, auch Module genannt, betrachtet und mit Punktwerten beurteilt:

modul-uebersicht

Modul 1: Mobilität
Modul 2: Kognitive und kommunikative Fähigkeiten
Modul 3: Selbststeuerungskompetenz/Verhalten und psychische Problemlage
Modul 4: Fähigkeit zur Selbstversorgung
Modul 5: Bewältigung von krankheits- und therapiebedingter Belastung
Modul 6: Gestaltung des Alltagslebens und soziale Kontakte

Die Gesamtbewertung der Punkte aus den Modulen findet dann wie folgt prozentual bei der Einstufung in die 5 Pflegegrade Berücksichtigung:

modul-bewertung

GesamtpunktePflegegradBeeinträchtigung der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten
12,5 bis unter 271geringe Beeinträchtigung
27 bis unter 47,52erhebliche Beeinträchtigung
47,5 bis unter 703schwere Beeinträchtigung
70 bis unter 904schwerste Beeinträchtigung
90 bis 1005schwerste Beeinträchtigung mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung

 

Wie beantrage ich eine Einstufung in einen Pflegegrad?

Ein Antrag auf Einstufung der Pflegebedürftigkeit wird bei der Pflegekasse gestellt (erreichbar über Ihre Krankenversicherung). Die Antragstellung kann formlos erfolgen oder es kann ein entsprechendes Formular bei Ihrer Pflegekasse angefordert werden, das Sie ausgefüllt und unterschrieben an die Pflegeversicherung zurücksenden. Sollte eine Pflegebedürftigkeit festgestellt werden, werden die Leistungen rückwirkend ab Eingang des Antrags auf Einstufung der Pflegebedürftigkeit übernommen.
 
Gerne helfen wir Ihnen bei der Beantragung eines Pflegegrades und sind auf Wunsch sogar vor Ort, wenn die Prüfer des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) Sie besuchen. Sprechen Sie uns einfach an.

Welche Leistungen der Pflegeversicherung werden oft übersehen?

Jede pflegebedürftige Person hat Anspruch auf einen Zuschuss zur Wohnungsanpassung, wenn dadurch die selbstständige Lebensführung oder die Versorgung erleichtert oder überhaupt erst möglich wird. Die Notwendigkeit der Maßnahmen wird vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) geprüft. Hierfür muss zuvor ein Antrag gestellt werden. Die Höhe des Zuschusses hängt von den Gesamtkosten der Wohnungsanpassung ab. Pro Maßnahme wird ein Höchstbetrag von 4000 Euro gewährt.
Maßnahmen zur Wohnungsanpassung können z. B. sein: Ein- und Umbau von Mobiliar, Türverbreiterung, Einbau eines Treppenlifts.

Gerne schauen wir mit Ihnen zusammen, welche Maßnahmen bei Ihnen konkret in Angriff genommen werden könnten und helfen Ihnen bei der Antragstellung. Sprechen Sie uns einfach an.
Neben der Wohnungsanpassung kommt die Pflegekasse ebenfalls für Pflegeverbrauchsmittel wie Einmalhandschuhe und Desinfektionsmittel auf. Versicherten stehen 40 Euro pro Monat für Pflegeverbrauchsmittel zur Verfügung.  Auch technische Pflegehilfsmittel wie Pflegebetten oder Hausnotrufgeräte können bei der Pflegekasse beantragt werden und werden von dieser verliehen oder anteilig mitfinanziert.